Aconogonon  spec. 'Johanniswolke', Hoher Juni-Knöterich

'Johanniswolke' ist eine imposante Staude, die mit den Jahren sehr viel Raum einnimmt.

'Johanniswolke' ist eine imposante Staude, die mit den Jahren sehr viel Raum einnimmt.

Aconogonon spec. 'Johanniswolke' entstammt der Gärtnerei Hans Simon in Marktheidenfeld und hat eine ziemliche, internationale Karriere hinter sich gebracht. Je nach Lage und Witterung kann die Blütezeit von Mai bis in den September hinein reichen. Auch wenn der Blütenduft eher herb ist und viele an Stall oder Katzenurin erinnert, ist das längst kein Grund auf 'Johanniswolke' zu verzichten.

Stipa gigantea, Bistorta amplexicaulis und Aconogonon spec. Johanniswolke

Stipa gigantea, Bistorta amplexicaulis und Aconogonon spec. 'Johanniswolke'

Erfahrungen mit 'Johanniswolke'

Aconogonon spec. 'Johanniswolke' tendiert nach Stürmen oder starken Regenfällen zum Brechen, erträgt aber, wie zum Beispiel auch die Kerzen-Knöteriche, während der gesamten Blütezeit einen starken Rückschnitt und treibt zügig wieder neu aus. Obwohl er horstig wächst und keine Ausläufer treibt, ist er ein echter Platzhirsch (C) mit einem enormen jährlichen Zuwachs. Auf guten Gartenböden kann er ohne ständige Störungen oder Dauerstreß nach wenigen Jahren einige Meter an Durchmesser erreichen.

Persicaria microcephala Red Dragon, 'Johannis­wolke' im Hintergrund

Persicaria microcephala 'Red Dragon', 'Johannis­wolke' im Hintergrund

Aconogonon spec. Johanniswolke im Hintergrund mit Aralia calicornica, davor eine Testpflanzung von Sorten Veronicastrum virginicum-Hybriden

Aconogonon spec. 'Johanniswolke' im Hintergrund mit Aralia calicornica, davor eine Testpflanzung von Sorten Veronicastrum virginicum-Hybriden

Aconogonon spec. 'Johanniswolke' bevorzugt sonnig frische bis halbschattige Plätze, auch wechselfeuchte Standorte stellen kein Problem dar. Nur die Standfestigkeit leidet auf verdichteten Böden deutlich.

Namensvielfalt bei 'Johanniswolke'

Die Verwirrung um die Namensvielfalt dieses früh und sehr lange blühenden Knöterichs nimmt durch immer neue Beiträge auf Blogs, Instagram oder Facebook nicht gerade ab. Falsche Namen scheinen sich schneller zu tradieren als der richtige. Besonders häufig begegnet uns hierbei der Versuch, die Abkürzung "spec." oder "sp." auszuschreiben. Eigentlich stehen dieses Abkürzungen für das lateinische "species", bzw eigentlich "species indeterminata". Das bedeutet, dass es sich um eine Art der Gattung handelt, die (noch) nicht weiter bestimmt ist. Falsch wäre es also, unseren Freund mit Aconogonon speciosum 'Johanniswolke' anzusprechen, denn das lateinische "speciosus" ist ein zulässiger Artname und bedeutet schön, wunderschön oder wohlgestaltet. Das mag hier zutreffen, ist aber falsch.

Allium sphaerocephalon vor Aconogonon spec. Johanniswolke

Allium sphaerocephalon vor Aconogonon spec. 'Johanniswolke'

Aktuell favorisieren viele: Aconogonon ×fennicum 'Johanniswolke'. Ich nutze den ursprünglichen Namen Aconogonon spec. 'Johanniswolke' (und falls es unbedingt mal ein deutscher Name sein muss, dann bitte Hoher Juni-Knöterich, obwohl er deutlich länger blüht) bis Hinweise auf eine bestimmte Abstammung vorliegen.
Gehandelt wird er aber auch als Polygonum polymorphum 'Johanniswolke', Alpenknöterich, Polygonum polymorphum speciosum 'Johanniswolke', Busch-Knöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke', Staudenflieder, Himalaja-Knöterich oder Persicaria polymorpha.
(Es gibt Vermutungen auf eine Kreuzung zwischen A. alpinum und A. weyrichii, die beide eher aggressivere Vermehrungsstrategien aufweisen.)

Herbstbild von Johanniswolke bei Vollmond

Herbstbild von 'Johanniswolke' bei Vollmond

Johanniswolke im Winter

'Johanniswolke' im Winter

Akzeptanzstaude ‚Johanniswolke‘

Da es bisher keine Berichte über Versamung gab, kann angenommen werden, dass diese Hybride tatsächlich steril ist. Das erhöht die Akzeptanz in der Gartenverwendung, da die Knöteriche allgemein dank zweier reichlich wüster Familienmitglieder im schlechten Ruf stehen. Diese undifferenzierte Verallgemeinerung mag völlig unbegründet sein, führt aber dazu, dass Verwendung von Knötericharten und -sorten im Privatgarten immer noch der Aufklärung und somit einer gewissen Beratungszeit bedarf. Auf der anderen Seite gerät die Biodiversität, also die Vielfalt von Pflanzen und anderen Lebewesen immer stärker in den Fokus der Gartenbesitzer. Man möchte lieber mit sich versamenden Pflanzen gärtnern, weil mit sterilen Cultivaren kaum die verlangte biologische Vielfalt zu erreichen sei. So wird aus dem Pluspunkt in Sachen Akzeptanz wegen ausbleibender Versamung ein Punkt gegen diese Sorte aus dem selben Grund.

Austrieb von Aconogonon spec. 'Johanniswolke' neben Geum rivulare, Filipendula rubra ‚Venusta Magnifica' und Calamagrostis acutiflora Karl Foerster

Austrieb von Aconogonon spec. 'Johanniswolke' neben Geum rivulare, Filipendula rubra ‚Venusta Magnifica' und Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster'

Sport von ‚Johanniswolke‘

In den vergangenen Jahren häuften sich jedoch Berichte, dass einzelne Pflanzen Ausläufer bilden. Wir konnten dieses Phänomen an zwei Standorten auf eher sandigen Böden beobachten, wobei sich beide Ausläufer deutlich von 'Johanniswolke' unterscheiden.

Hier ein später blühender Ausläufer (Sport?) an einer 11 Jahre alten Pflanze:

Hier ein früh blühender Ausläufer auf einem extrem trockenen Standort:

Pflanz- und Gartenplanung in Neuss bietet das Studio Torsten Matschiess.

Der erste Sport hat sich als stabil erweisen und wird von uns zur Zeit auf Gartenwürdigkeit getestet. Wir werden sehen.

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