Pflanzplan – Werkzeug der Pflanzplanung
Ein Pflanzplan legt fest, wo Stauden, Gräser und Gehölze im Garten gesetzt werden. Er ist die zeichnerische Umsetzung der Pflanzplanung. Das Spektrum reicht von einfachen Skizzen über Entwurfspläne bis hin zu Ausführungsplänen mit exakt festgelegten Pflanzpositionen. Insbesondere Gehölze werden in Pflanzplänen präzise positioniert. Stauden und Gräser werden dagegen häufig als Mischungen oder Pflanzlisten konzipiert, die vor Ort entsprechend ihrem Wuchsverhalten und ihrer natürlichen Geselligkeit verteilt und gepflanzt werden.
Je standortreuer und langlebiger Stauden und Gräser sind, desto eher legt die Pflanzplanung Wert auf ihre genaue Positionierung im Staudenbeet. Bei kurzlebigen oder vagabundierenden Arten werden dagegen oft nur die Startpositionen festgelegt.
Detail einer Gartenplanung in Oberbarnim mit einer Gruppe der Rotblattrose und Tuffs Mazedonischer Witwenblume in einer Gräsermatrix aus Tautropfengras.
Ein Pflanzplan ist für die Visualisierung nicht immer die erste Wahl. Eine Bleistiftzeichnung vermittelt häufig einen besseren Eindruck von Raum und Struktur.
Vom Pflanzplan zum Blühzeitenkalender
Ein Pflanzplan dient häufig als Entscheidungsgrundlage in der Gartengestaltung, da sich Strukturen, Kontraste, Texturen und Farbverläufe im Jahresverlauf daraus ablesen lassen. Aber seien wir ehrlich: Jeder Farbkreis im Plan steht für eine Staude, die man sich im Zusammenspiel mit vielen anderen erst vorstellen muss.
Dabei reicht es nicht, sämtliche Blütenfarben einer Pflanzung nebeneinander zu betrachten – entscheidend sind die Blühkombinationen im Jahresverlauf. Es kann daher hilfreich sein, Pflanzpläne nach Monaten zu differenzieren. So zeigt beispielsweise ein August-Plan nur die Arten, die in diesem Zeitraum sicher blühen. Erst dann lassen sich die Kombinationen zuverlässig prüfen und beurteilen, ob die Pflanzung über das gesamte Gartenjahr hinweg attraktive Blühaspekte entwickelt.
Der Pflanzplan als Summe aller Blühphasen wirkt gerne etwas bunt.
Ein Blühzeitenkalender als Pflanzplan extrahiert die Farbkombinationen im Beet.
Mehr als Blüte: Wirkung von Stauden im Jahresverlauf
Gleichzeitig werden andere wesentliche Eigenschaften von Pflanzen oft unterschätzt: die Texturwirkung des Laubs, Höhenstaffelungen oder die Farbigkeit der Herbstfärbung.
Das wird besonders deutlich am Beispiel der Gattung Amsonia, auch bekannt als Blausternbusch oder Röhrenstern. Nach einem farbkräftigen Austrieb im Frühjahr folgt bereits im Juni eine eher zurückhaltende, hellblaue Blüte. In ihrer Belaubung unterscheiden sich die Arten jedoch deutlich. Besonders Amsonia hubrichtii fällt durch ihr sehr feines, filigranes Laub auf, das eine eigenständige Texturwirkung entwickelt.
Ihre goldgelbe bis orange Herbstfärbung, oft mit rötlichen Anteilen, ist so prägend, dass diese Staude im Pflanzplan nicht in Hellblau, sondern in Orange dargestellt wird.
Als Begleitung zum Pflanzplan ist eine Pflanzliste mit aussagekräftigen Fotografien der Stauden sehr hilfreich. Sie sollten nicht nur die Blüte zeigen, sondern vor allem Habitus, Textur und jene Details, die aus gestalterischer Perspektive für die Auswahl der Stauden entscheidend sind.
Kandelaber-Ehrenpreis (Veronicastrum virginicum)
Röhriger Wasserdost (Eutrochium fistulosum)
Samtsalbei (Salvia ×jamensis 'Nachtvlinder')
Was ein Pflanzplan leistet
Der Pflanzplan ist ein wichtiges Werkzeug – aber nicht das eigentliche Ziel der Pflanzplanung. Er definiert eine Ausgangssituation, die die räumliche und gestalterische Idee nachvollziehbar macht. Die eigentliche Qualität einer Pflanzung entsteht jedoch erst im Prozess ihrer Umsetzung und Entwicklung.
Raster und Raport – Oft muss ein Pflanzplan so optimiert werden, dass er für die ausführenden Gewerke lesbar und anwendbar bleibt.
Ob Pflanzplanung, naturalistische Gartengestaltung oder persönliche Beratung – das Studio Torsten Matschiess entwickelt Gärten mit Charakter, Struktur und Perspektive.
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Insbesondere bei Staudenpflanzungen bleibt der Umgang mit den Pflanzen vor Ort entscheidend. Wuchsverhalten, Konkurrenz, Etablierung und Dynamik lassen sich nur bedingt zeichnerisch vorwegnehmen. Entscheidend sind belastbare Prognosen darüber, wie sich eine gestaltete Pflanzengesellschaft unter den konkreten Standortbedingungen und mit den verfügbaren Pflegeressourcen langfristig entwickelt.
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