Was sind Opferstauden?

25. März 2010 - Als der Garten Alst frisch bezogen noch ein Meer von Weihnachts- und Lebensbäumen war, ging es bei geselligen Abenden so langsam los mit der Planung. Von meiner ursprünglichen Idee, zuerst kleine Beete als Inseln in die Wiese zu platzieren, um dort zuerst die Großstauden zu pflanzen, konnte uns unser Freund Hermann Gröne schnell abbringen. Zum einen musste in jedem Fall der gesamte Plan stehen, bevor wir diese Inseln hätten anlegen können und zum anderen bot er an, seinen eigenen Garten zu beernten, um nicht zu sagen zu plündern. Bei der weiteren Planung wurde schnell klar, dass die Großstauden nicht im Hintergrund, sondern nah an den zahlreichen Wegen stehen sollten, ohne jedoch diese langfristig zu verbauen. Im späten Sommer sollten sie durch ihre gestaffelte Anordnung Strukturen schaffen, den Raum optisch vergrößern und Sichtachsen nicht entlang der Wege sondern durch die Beete selbst schaffen.

Aralia californica mit Geum rivale und Ranunculus acris 'Multiplex'

Aralia californica mit Geum rivale und Ranunculus acris 'Multiplex'

Torsten Matschiess – Gartenplaner und Buchautor Ob Pflanzplanung, naturalis­tische Gartengestaltung oder persönliche Beratung – das Studio Torsten Matschiess entwickelt Gärten mit Charakter, Struktur und Perspektive.
Gern erreichbar per E-Mail oder telefonisch unter: +49 173 3684081.

Was bei einer in der Höhe gestaffelten Rabatte in der Regel weniger Beachtung findet, wurde zur interessanten Frage bei unserer Planung: Wie umpflanzen wir die Großstauden, damit sich diese adäquat entwickeln können und ihr Umfeld auch im Frühjahr attraktiv wirkt. Wer einmal die Entwicklung einer Aralia continentalis oder californica oder Aconogonon sp. 'Johanniswolke' über Jahre beobachtet hat, wird wissen, welchen immensen Raum sie über diese Zeit einnehmen. Wir waren also auf der Suche nach dienenden Stauden, die möglichst früh im Jahr blühen und mit im Jahresverlauf zunehmender Beschattung (durch die Großstauden) zurecht kamen. Des weiteren mussten sie nicht sehr langlebig sein, da sie mit der Zeit eh verdrängt werden. (Zu diesem Zeitpunkt wären Einjährige nicht in Frage gekommen. Kann man mal sehen, wie dogmatisch wir in diesen Dingen waren…)

Als Opferstauden wurden dann schnell folgende Kandidaten ausgewählt: Papaver orientale, Geum rivale, Pulmonaria officinalis, Geophyten, Bistorta affinis und weitere Bodendecker für eher halbschattiges Milieu.

▲ Neuigkeiten aus dem Garten und Vermischtes


Diese Seite ist Teil einer Reihe von Informationsseiten mit gärtnerischem Fachwissen und pointierten Meinungsbeiträgen. Sie geben Einblick in die Arbeitsweise des Gartenplaners Torsten Matschiess und seines Studios für Pflanzplanung und Gartengestaltung. Die Inhalte werden kontinuierlich ergänzt und weiterentwickelt. Vertiefende Informationen finden sich im Gartenratgeber und SPIEGEL-Bestseller "Und es wächst doch!" sowie im ebenfalls preisgekrönten Buch "Avantgardening: Plädoyer für gegenwärtiges Gärtnern", das sich mit naturalistischer Gartengestaltung und der erfolgreichen Entwicklung großer Gärten befasst.


Planung
Arbeiten
Publikationen
Vorträge
Kontakt